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In Entwicklung: Objekt 195

Der Objekt 195, der auch unter dem Namen T-95 bekannt ist, entspringt demselben Grundgedanken, wie der Schwarze Adler, allerdings mit einem bedeutenden Unterschied: Er hat eine sehr, sehr große Kanonen, die es mit jeder Bedrohung aufnehmen kann.

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Objekt 195

Der Objekt 195 wurde ursprünglich dafür entworfen, der zukünftige Kampfpanzer der vierten Generation zu werden. Er wurde von dem erfahrenen Konstruktionsbüro UKBTM des Werks Uralwagonsawod in Nischnij Tagil entworfen, das auch für die Entwicklung solcher legendären Panzer wie des T-72 und T-90 verantwortlich war.

Die Entwicklung begann bereits in der Sowjetunion der späten 1980er-Jahre im Rahmen des Militärprogramms "Sovershenstvovanie-88" (Verbesserung-88), in Zuge dessen die sowjetische Panzerflotte auf den neuesten Stand gebracht und ihre westliche Gegenspieler in den Schatten stellen sollte. Dabei schwebte den Militärs der ultimative Kampfpanzer vor, mit nie zuvor gesehener Feuerkraft und Panzerung.

Die vier Grundpfeiler des Programms waren:

  • Maximierung der Wahrscheinlichkeit, den Gegner mit dem ersten Schuss außer Gefecht zu setzen
  • Maximierung der Überlebenschancen der Besatzung gegen panzerbrechende Geschosse und HEAT-Projektile
  • Integration des Fahrzeugs in das zukünftige Kommando- und Kontrollsystem der sowjetischen Streitkräfte
  • Die Plattform sollte vielseitig sein, unterschiedliche Varianten ermöglichen (etwa schwere Bergepanzer) und dreißig Jahre lang für Kampfwertsteigerungen verfügbar sein

Auf der Basis dieser Anforderungen wurden mehrere Entscheidungen getroffen. Das Fahrzeug sollte über mehrere Waffensysteme verfügen. Die Waffen sollten modernste Munition verschießen können und ferngelenkt sein. Die Feuerleitanlage sollte über modernste Optik und ein Thermalsichtgerät verfügen. Die Schutzstufe sollte doppelt oder gar dreifach höher sein, als die seiner Zeitgenossen. Als Antrieb sollte ein Diesel- oder Gasturbinenmotor mit mindestens 1500 PS und hydrodynamischer Federung dienen, der optimale Offroad-Eigenschaften und präzises Feuer in der Bewegung ermöglichen würde. Zu guter Letzt wollte man das Fahrzeug mit einem internen elektronischen Steuerungssystem ausstatten, dank dem jedes Problem umgehend an die Besatzung signalisiert werden konnte.

Die Entwickler hofften, dass jedes dieser neuen Fahrzeuge dreimal so viele Einsätze bis zu seiner Ausmusterung oder Zerstörung fahren würde, als andere zeitgenössische Panzer.

Die Entwicklung lief nach Plan und zur Zufriedenheit aller, musste jedoch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wegen fehlender Finanzierung eingestellt werden. Im Gegensatz zu anderen Projekten aus der Sowjetzeit, wurde die Entwicklung des neuen Kampfpanzers fast ein Jahrzehnt später fortgesetzt. Die zweite Entwicklungsphase fand zwischen 2000 und 2008 statt.

Das wichtigste Merkmal des Objekts 195 war der unbemannte Turm mit der massiven, automatisch geladenen 152-mm-Kanone 2A83. Die Munition wurde nicht aus dem Turmheck heraus geladen, sondern mittels einer Karussellvorrichtung unter dem Geschützturm. Desweiteren war das Fahrzeug mit einer 30 mm 2A42 Maschinenkanone für weiche Ziele ausgerüstet.

Die Besatzung war komplett von dem Waffensystem getrennt. Die Positionen der beiden Besatzungsmitglieder befanden sich im vorderen Teil des Fahrzeugs, wo sie nicht nur durch die dicke Frontpanzerung geschützt waren, sondern auch durch die gepanzerte Besatzungskapsel, in der sie saßen.

Dieser Aufbau schützte die Besatzungsmitglieder nicht nur vor feindlichem Beschuss, sondern auch vor internen Explosionen oder brennendem Treibstoff.

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Objekt 195

Man experimentierte mit einem nicht näher genannten Diesel-X-Motor mit ca. 1500 PS und einer hydropneumatischen Federung. Manche Quellen spekulieren, bei dem Motor handelte es sich um den Turbocharger-12-Zylinder-Dieselmotor A-85-3 aus Tscheljabinsk, der 1650 PS Leistung aufbrachte (bzw. 2200 PS in der Supercharger-Version).

Auch die Federung stellte eine Neuentwicklung dar, die teilweise auf dem im T-72 zum Einsatz gekommenen Modell basierte.

Einer der Gründe für die Entwicklung eines derart fortgeschrittenen Fahrzeugs war der Bedarf nach einem bestens geschützten Panzer, der die strikten Gewichtsvorgaben des russischen Militärs erfüllen würde. Im Endergebnis wog das Fahrzeug je nach Quelle zwischen 52 und 55 Tonnen und war damit für seine Waffenkategorie ziemlich leicht. Mit einem Leistungsgewicht von 27 PS/t war die Beschleunigung, die Höchstgeschwindigkeit und die Manövrierfähigkeit des Fahrzeugs recht beeindruckend, auch wenn die genauen Angaben immer noch der Geheimhaltung unterstehen. Die veröffentlichten Zahlen (80 km/h Höchstgeschwindigkeit etc.) sind wohl nicht mehr, als grobe Schätzungen.

Ein Prototyp wurde gebaut und zwischen 2008 und 2010 ausführlich getestet bis das Projekt 2010 wegen fehlender Finanzierung eingestellt werden musste. Am 7. April 2010 erklärte der damalige Verteidigungsminister Wladimir Popow das Projekt öffentlich für beendet und begründete dies mit der zwanzigjährigen Entwicklungszeit des Projekts, das mittlerweile als überholt galt.

Das Prototyp wurde im Juli 2010 einigen Journalisten vorgeführt und Uralwagonsawod veröffentlichte mehrere widersprüchliche Stellungnahmen, woraufhin man bis zur Präsentation der Armata-Plattform nichts mehr von dem Projekt hörte. Ähnlich wie im Falle des Schwarzen Adlers, diente auch die Entwicklung des Objekts 195 als Ursprung für einige Module und Elemente des Armata.

Bei Armored Warfare wird der Objekt 195 ein Fortschritts-Kampfpanzer auf Tier 10 sein. Seine massive 152-mm-Kanone wird im Vergleich zu den anderen russischen Tier-10-Panzern mit 125-mm-Geschützen ganz andere Spielstile ermöglichen.

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